Dreiländereck

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Urlaub. Warum also nicht ein paar Tage mit dem Motorrad verreisen? Eine kleine Internetrecherche, und ich hatte mein Ziel gefunden: das Posthotel in Pfunds, drei Übernachtungen mit Halbpension, Frühstücksbuffet, nachmittags Kaffee und Kuchen, abends 5 Gänge-Menu, Hallenbad, Sauna, Wlan, das ganze für 52€ pro Nase und Nacht.

Meine Sozia war so schnell zu überzeugen, Topcase und Tankrucksack ebenso schnell gepackt, und so starteten wir Sonntags um 10:00 bei herrlichem Sonnenschein auf Nebenstrecken in Richtung Österreich.

Mittags um zwei erreichten wir dann den Forggensee, den ich für einen Zwischenstop zwecks Kalorienaufnahme ausgesucht hatte.

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Frisch gestärkt folgten wir unserer Route durch das Lechtal, über´s Hahntennjoch bis nach Pfunds. Das Hotel entsprach durchaus unseren Erwartungen, das Personal super freundlich und stets bemüht, unsere Wünsche zu erfüllen, das Zimmer angenehm rustikal, das Essen hervorragend.

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Leider hatte sich über Nacht ein Tiefdruckgebiet über den Alpen breitgemacht, was uns am folgenden Tag schnell in unsere Regenkombis zwang. Zunächst ein Stück durch den rätoromanischen Teil der Schweiz mit kaum aussprechbaren Ortsnamen,

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dann über einen völlig verregneten und nebligen Berninapass, bei dem ich oft froh war, daß ich den Rücklichtern vorausfahrender PKW´s folgen konnte, bis nach Livignio, wo wir in einem kleinen Cafe unser Kaloriendefizit und in dem danebenliegenden Laden unseren Reiseproviant auffüllten.

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Jetzt näherten wir uns dem Pass der Pässe, den ich schon lange auf meiner Agenda stehen hatte. Das Wetter hatte sich beruhigt, 87 trockene Spitzkehren, die Landschaft hochalpin, die Kehren selber allerdings so eng, daß Pkw´s regelmäßig die ganze Straßenbreite ausnutzen, um nicht zurücksetzen zu müssen. Verdammt anstrengend mit einem vollbeladenen Bike, sodaß ein Zwischenstop auf der Passhöhe höchst willkommen war.

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Trafoi, Gomagoi, dann durch den Vinschgau und über den Reschenpass wieder zum Hotel, in dem wir rechtzeitig zur Kaffeezeit nach 265km eintrafen.

Tags darauf wieder nasse Straßen, Iris wollte im Hotel bleiben und sich von den Strapazen der letzten Tage erholen, und so zog ich alleine los. Zunächst über die Piller Höhe, die leider in den Wolken lag und keinen Ausblick ins Inntal gestattete, ins Pitztal.

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Am Ende der befahrbaren Straße ließ ich meine Tracy stehen und wanderte ein Stück in Richtung Pitztalgletscher, an dessen Fuß mich eine kleine Jausenstation zur Rast lud.

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Der Tag war noch jung, und so beschloß ich, mich fahrtechnisch an den 29 Kehren der Kaunertalstraße für die Enttäuschung des Stilfser Joches zu entschädigen. Einfach nur geil diese Strecke, durch den Wald und entlang des Stausees kann man richtig angasen, und die Radien der Spitzkehren erlauben volle Schräglagen im 2. Gang. Der Gletscher lag zwar ebenfalls in den Wolken, aber den kannte ich ja schon.

Auf der Heimfahrt am nächsten Morgen zeigte sich dann die Piller Höhe in ihrer ganzen Pracht.

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Das Hahntennjoch war weitgehend frei von Verkehr und konnte in Rekordzeit überquert werden, bis uns der Bannwaldsee ins Voralpenland entließ und uns für die weitere Heimreise verabschiedete.

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