UNECE-R41.04

20140705-R-09

Auswirkungen der UNECE-R41.04 auf die Motorradlandschaft…

Hallo Leute,

ich möchte Vorausschicken, dass ich selbst eine Harley Davidson mit Jekill u. Hyde Klappenauspuff fahre und diesen nicht nur dran habe, weil er einen schönen Namen trägt oder gut aussieht. Dazu kommt, dass ich mir eine neue Fatboy S mit genau dem gleichen Auspuff mit Smartbox bestellt habe.

Genau aus diesem Grund, will ich mich heute mal etwas intensiver mit dem Thema Geräuschimmissionen durch Motorräder beschäftigen und der UNECE-R41.04 etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

Je länger ich darüber nachdenke, fällt mir kein rationaler als viel mehr ein emotionaler Grund ein, einen Zubehörauspuff mit höherer Lautstärke zu verbauen.

Wer kennt sie nicht die Argumente die der eine oder andere gerne zitiert. Das berühmteste ist wohl –

„Loud Pipes save lives“.

Also wer einen Krankenwagen mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht der sich von hinten nähert oder aus einer Seitenstrasse heraus kommt, hört bevor er ihn sieht, der verdient meinen Respekt. Ich selbst fahre ca. 65.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto und nochmal ca. 10.000 mit dem Motorrad. Ich sehe die Teile regelmässig bevor ich sie höre.

Das Argument mit dem „Lebensretter Auspuff“ ist ein Ammenmärchen, denn wer kann ernsthaft glauben, dass er mit seinem KessTech, Akrapovic oder wie er auch heissen mag Auspuff, einen Unfall verhindern kann, weil er früher und besser gehört wird. Der Schall wird vorwiegend nach hinten Abgegeben und rettet damit auch kein Leben.

Wenn ich mit meinen Bikersjoy Kumpels fahre, dann lasse ich die Anlage geschlossen, das schont auf längeren Strecken nicht nur meinen Gehörgang sondern erhält mir auch die Freundschaft zu Ihnen.

Wenn ich jedoch alleine unterwegs bin, oder mit anderen Bike’s gleichen Hersteller’s, dann fahre ich im Automatik Mode. Das bedeutet, dass die Anlage im Stillstand an der Ampel und bei Beschleunigung von 50 auf 80 km/h im 2ten und 3ten Gang, geschlossen ist. Ausserhalb dieses Bereichs ist sie offen und erzeugt bei hohen Drehzahlen und wenn ich aus niedrigen Drehzahlen den Hahn voll aufziehe, einen sehr geilen und lauten Sound.
Ich bin mir bewusst, dass dies unter Umständen nur für meine Ohren ein Genuss sein könnte.

Dennoch bin ich der Überzeugung, wenn ich bei einer HD von hohen Drehzahlen spreche bewegen wir uns im Bereich zwischen 5.000 und 6.000 U/min, dass es bei Maschinen die erst ab 6.000 U/min ihr volles Leistungsspektrum beginnen, noch um einiges unangenehmer und lauter ist. Da kann man Anwohner die an schönen Strecken wohnen, verstehen wenn ihnen die für uns Biker schönen Wochenenden ein Graus sind und sie für Streckensperrungen eintreten.

Wir halten euch auch künftig über dieses polarisierende Thema auf dem Laufenden. Aktuelle Infos, siehe unten……

euer Rainer

Euro 4: Fakten 2016

Durch die Verordnung (EU) Nr. 134/2014 vom 16. Dezember 2013 über „Anforderungen an die Umweltverträglichkeit und die Leistung der Antriebseinheit“ wurde die verbindliche zeitnahe Anwendung der UNECE-R41.04 einschließlich ihrer Grenzwerte und Klasseneinteilung von Motorrädern festgelegt. Demnach müssen neue Motorradtypen ab dem 1. Januar 2016 folgende neue Anforderungen erfüllen:

1. „Additional Sound Emission Provisions“ im Geschwindigkeitsbereich von 20 bis 80 km/h – in diesem Bereich müssen die Bikes also noch leiser werden.

2. Einhalten der Geräuschanforderungen in allen anwählbaren Betriebsarten – in jedem wählbaren Modus müssen die Werte eingehalten werden.

3. Verbot der Testzykluserkennung – das macht softwarebeeinflusste Klappensysteme komplizierter.

4. Manipulationserschwerende Maßnahmen – so wird etwa das Entfernen von dB-Killern künftig erschwert und

5. Kennzeichnung der Geräuschwerte am Motorrad zur Überprüfung der Geräuschemissionen, was der Polizei die Kontrollen erleichtert.

Zusätzlich sind die verminderten Geräuschgrenzwerte der UNECE-R 41.04 einzuhalten. Diese Euro 4-Werte stellen gegenüber den bisherigen Grenzwerten je nach Fahrzeugklasse eine Reduzierung um zirka 2 bis 3 dB(A) dar. Im Rahmen der zukünftig in Brüssel noch festzulegenden Geräuschgrenzwerte von Euro 5 wird sich die Bundes­regierung für eine weitere ­Absenkung der Geräuschgrenzwerte einsetzen.
Quelle: Bundesverkehrsministerium

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