Bei heissen Temparaturen muss eines cool bleiben …das Öl!!!

20160625-01

Wer schon mal eine Harley Davidson mit 96 cui bzw. 103 oder gar 110 cui gefahren hat, der weiss dass die Böcke im Sommer unendlich heiss werden.

Man selber spürt das, wenn die Hitze des hinteren Zylinders bei Ampelstopps hochsteigt und dir langsam die Innenseite des Oberschenkels gar brät. Bei Mädels wie bei Jungs, kocht dann auch so langsam der Schritt.

Ähnlich geht es auch dem Mopped. Öltemperatur geht nach oben, die Folge sind Schmierprobleme und höherer Verschleiss, das Öl verliert schneller an Viskosität.

Die neueren Maschinen von Harley Davidson mit Einspritzanlagen, haben als Gegenmassnahme so einiges in Petto. Zum einen wird im ersten Schritt von der EFI (Elektronic Fuel Injection) das Gemisch fetter gestellt. Durch diesen Prozess „kühlt“ das Gemisch den Motor. Zum anderen wird bei noch höherer Temperatur der hintere Zylinder einfach mal weg geschaltet.
Tschüss, ich bin dann mal weg und „… aus die Maus“ mit rekordverdächtigen Ampelstarts!

Aber nicht nur das, sondern durch das fettere Gemisch wird die Umwelt auch mehr belastet. Man kennt das ja aus jüngster Vergangenheit von den Autoherstellern, die das anders herum machen. Die ballern permanent mehr Sprit in den Motor um eben die Leistung zu erhalten und drosseln das nur im Meßzyklus.

Man mag da jetzt geteilter Meinung sein, ich habe mich für meine Fatboy S, 110 cui und irgendwas um 95 PS, zur Anschaffung eines original Ölkühlers entschieden und diesen eingebaut.

Auf was zu achten ist, seht ihr im folgenden Bericht.

Als erstes habe ich das Paket ausgepackt und die einzelnen Komponenten auf Vollständigkeit zur mitgelieferten Stückliste geprüft.

20160625-02

 
20160625-03

 
20160625-04
Und schaut gleich nach, ob ihr das benötigte Werkzeug auch komplett da habt!

Im zweiten Schritt habe ich das Mopped mit dem Vorderrad in eine Standschiene gefahren und unter dem Rahmen mittels Heber so angehoben, dass sie einen festen Stand hat und ein Ölauffangbehälter drunter Platz hat.

20160625-05

Somit sind die Vorbereitungen abgeschlossen.

Ich wollte zuerst das komplette Öl ablassen um keine all zu große Sauerei zu fabrizieren habe mich jedoch in letzter Sekunde umentschieden. Das Öl ist immens wertvoll und wenn man sich und der Umwelt das ersparen kann, dann sollte man es versuchen.

Also habe ich mittels eines geeigneten Werkzeugs, leider brauchts ein spezielles Blechwerkzeug das nur gerinfügig größer ist als der Ölfilter und von hinten angesetzt wird. Damit habe ich den Ölfilter entfernt. Der dadurch entstandene Ölaustritt hielt sich mit ca. 0,1 ltr. in Grenzen. Ich hatte mit mehr gerechnet.

20160625-06
Vorher

 
20160625-07
Nachher

Die jetzt sichtbare Schraube, auf die der Ölfilter aufgeschraubt war, kann jetzt entfernt werden, denn sie wird durch eine andere ersetzt werden.

Nachdem man den Bereich der mit Öl eingesaut ist, gereinigt hat, kann man den Adapter befestigen. Dies wird mit der zentralen Schraube auf die später der Ölfilter aufgeschraubt wird, gemacht. Bitte auf die in der Beschreibung angegebene Einbaurichtung achten.

20160625-08
Fertig vormontiert

Achtung, aus der Schraube tropft leicht Öl raus. Das ist normal. Bevor ihr den Ölfilter aufschraubt, nochmal kurz reinigen, das erleichter die spätere Dichtigkeitskontrolle sehr. Also Ölfilter draufschrauben, wenn das Werkzeug nicht ganz passen sollte, könnt ihr in Getriebeposition „N“ den Leerlaufschalter ausbauen, dann geht das viel einfacher.

Anschliessend werden die mit dem Ölkühler mitgelieferten und mit rechts und links gekennzeichneten Schläuche auf den Adapter aufgesetzt und mit den Schlauchschellen fixiert.

„ACHTUNG TRICKY“ der mit „Left“ gekennzeichnete gehört rechts aufgesetzt und der mit „Right“ gekennzeichnete gehört nach links. Dieses Missverständnis wird erst durch einen Blick auf die Bilder in der Anbauanleitung aufgedeckt.

20160625-09

Wie ihr seht, die Arbeiten gehen gut voran und als nächstes wird der Ölkühler mittels Rahmenschellen am Rahmenzug befestigt. Den kann man mit den Schellen so schön ausrichten und die Schläuche aufstecken. Spätestens hier würde jetzt dem unaufmerksamen Bastler auffallen, dass mit den scheiss Schläuchen irgendetwas nicht stimmt.

20160625-10

 
20160625-11
Fast fertig

Um die Arbeiten als beendet zu betrachten muss nur noch der Müll entsorgt werden. Bitte als Sondermüll ansehen und entsprechend entsorgen, da die Putzlappen und der Ölfilter (falls ihr einen neuen einbaut) mit Öl kontaminiert sind.

Den Abschluss bildet eine Probefahrt, die zum einen das Öl erwärmt und den Öltilter und wenn alles funktioniert auch den Ölkühler mit Öl füllen. Am einfachsten fasst man nach der Probefahrt den Ölfilter und den Ölkühler an und prüft ob beide genauso warm sind wie der Öltank. Gut geht das mit einem Infrarot Thermometer.

Jetzt noch schnell den Ölstand prüfen und auffüllen. Es muss aufgefüllt werden, denn das aus dem Ölfilter fehlende und das für den Ölkühler zusätzlich benötigte Öl müssen ja nachgefüllt werden.

Ich hoffe ich konnte euch bei der Entscheidung Pro und Contra Ölfilter und beim Einbau – zumindes an eine neuere Softail – etwas helfen…

euer Rainer
 

P.S.
Weitere Kommentare bitte im BikersJoy.de Forum
 

Beitrag teilen...